Fragen und Antworten

Welche Tiere werden in der Wildtierstation versorgt?
Soweit es unsere Kapazitäten erlauben, kümmern wir uns um alle einheimischen Wildtierarten. So werden beispielsweise Eichhörnchen, Feldhasen, Rehe (besonders Rehkitze) und Raubsäuger wie Füchse, Steinmarder und Iltisse versorgt. Zu den Vogelarten zählen unter anderem Eulen, Störche, Greifvögel und Singvögel.

 

Wie wird die Arbeit der Wildtierstation finanziert?
Wir erhalten leider keine öffentlichen Gelder. Unsere Arbeit wird  durch unseren Kooperationspartner VIER PFOTEN sowie aus Spenden finanziert.


Wie kann ich mich für die Wildtierstation engagieren?
Wenn Sie Lust haben, unsere Arbeit zu unterstützen, kontaktieren Sie uns am besten per eMail unter info@wildtierstation-hamburg.de.
Unsere ehrenamtlichen Helfer/-innen treffen sich regelmäßig zu Arbeitseinsätzen. Wer Lust hat mitzumachen, ist herzlichst eingeladen! Außerdem suchen wir erfahrene Pflegestellen für die Aufzucht von verwaisten Jungtieren und die Überwinterung von Igeln.

 

Wie werden die Pflegetiere in der Wildtierstation versorgt?
Das oberste Ziel der Wildtierstation ist es, die verletzten Tiere wieder wildbahntauglich zu machen. Im besten Fall werden sie nach der Aufzucht und/oder Genesung wieder ausgewildert. Dazu gehört natürlich die artgerechte Unterbringung in Wildgehegen und Volieren sowie eine möglichst naturnahe Fütterung.


Wie viele Tiere werden im Großraum Hamburg gefunden bzw. abgegeben?
Derzeit werden im Raum Hamburg einige Tausend in Not geratene Wildtiere pro Jahr gefunden. In unserer Auffangstation haben wir 2015 über 1.650 Tiere versorgt.


Welche Tiere werden am häufigsten abgegeben?
Am häufigsten werden kleine Tiere abgegeben. Unter den Säugetieren zählen z.B Igel, Eichhörnchen und Feldhasen zu den häufigsten Findlingen. Bei den Vögeln sind Singvögel die am häufigsten gefundenen Tiere.


Was sind die häufigsten Ursachen?
Erfahrungsgemäß sind 80 Prozent der aufgefundenen verletzten Wildtiere durch den Menschen bzw. durch Zivilisationseinflüsse zu Schaden gekommen. Bei ausgewachsenen Tieren zählen Autounfälle und Unfälle mit (unsichtbaren) Fensterscheiben oder Drahtzäunen, in anderen Regionen auch Windräder, zu den häufigsten Ursachen. Aber es verheddern sich auch immer wieder Tiere an Angelhaken, Resten von Netzen oder an Zäunen. Handelt es sich um Jungtiere, so ist die Verwaisung durch den Tod der Eltern die häufigste Ursache für Hilflosigkeit oder eine Verletzung und starken Parasitenberfall.


Wie verhalte ich mich, wenn ich ein verletztes Tier finde?
Wenn Sie ein verletztes, hilfloses oder verwaistes Tier finden, überzeugen Sie sich zuerst davon, dass das Tier wirklich Ihre Hilfe braucht.

Ein Beispiel: Rehkitze und junge Feldhasen sind oft allein anzutreffen, weil diese von ihren Müttern höchstens dreimal täglich versorgt werden. Beobachten Sie daher das Tier, wenn möglich, zunächst aus sicherer Entfernung, um festzustellen, wie hilfsbedürftig es wirklich ist. Wenn Ihnen ein junger Feldhase z.B. von Ihrem Hund gebracht wurde, setzen Sie ihn – soweit er unverletzt ist – in der Nähe des Fundortes wieder aus. Die Mutter wird ihn i.d.R. weiterversorgen.


Wer bringt die Tiere in die Wildtierstation?
Grundsätzlich kann jeder Tiere in die Wildtierstation bringen: Privatpersonen, die Polizei, die Feuerwehr, Jäger, das Ordnungsamt und Tierheime oder Tierschutzvereine sowie Tierärzte.


Gibt es eine gesetzliche Grundlage für die Wildtierversorgung?
Laut § 42 des Gesetzes über Naturschutz und Landschaftspflege (BNatSchG) ist es unter anderem verboten, wildlebende Tiere zu fangen oder mitzunehmen. § 43 jedoch regelt Ausnahmen dieses Besitzverbotes: So ist es vorbehaltlich jagdrechtlicher Vorschriften zulässig, verletzte, hilflose oder kranke Tiere aufzunehmen, um sie gesund zu pflegen. Allerdings sagt § 43 auch, dass diese Tiere unverzüglich wieder in die Freiheit zu entlassen sind, sobald sie sich selbstständig erhalten können. Handelt es sich um eine streng geschützte Tierart, muss der Besitzer bzw. der Finder außerdem der nach Landesrecht zuständigen Behörde melden, dass er ein solches Tier aufgenommen hat.

Fazit: Sie machen sich nicht strafbar, wenn Sie ein verletztes Wildtier zum Beispiel aus dem Wald mitnehmen, aber Sie sollten im Interesse aller unverzüglich Kontakt zu einer Wildtierstation, einem Tierheim, Tierarzt, einem Jagdpächter oder der Polizei aufnehmen, damit das Tier versorgt und die zuständigen Stellen informiert werden können.


Kann ich ein verletztes Tier zum Tierarzt bringen?
Ja, Sie können ein verletztes Tier zur Versorgung zum Tierarzt bringen. Bitte beachten Sie, dass Tierärzte nicht verpflichtet sind, Wildtiere kostenlos zu behandeln. Eventuell müssen Sie für die Behandlungskosten aufkommen. Ein kurzer Anruf bei dem entsprechenden Tierarzt klärt solche und andere offene Fragen.

Über die Tierärztekammern der Länder (siehe Internet), erfahren Sie auch, welcher Tierarzt in Ihrer Nähe ist, und wer außerhalb der üblichen Öffnungszeiten Notdienst hat.

Tierkliniken haben i.d.R. einen 24-Stunden-Dienst. Bitte erkundigen Sie sich dazu jeweils telefonisch vor Ort.


Hat die Wildtierstation auch pädagogische Angebote?
Gerne kommen wir in den Herbst- und Wintermonaten in Kindergärten, Schulen und Jugendgruppen, um über unsere Arbeit und einheimische Tiere zu berichten. Ebenso können interessierte Gruppen nach Absprache zu uns in die Schulungsräume kommen, um sich dort anhand von Vorträgen zu informieren.

Darüber hinaus sind wir anerkannte FÖJ-Einsatzstelle und Ausbildungsbetrieb für Zootierpfleger.