Seine Majestät unter den Vögeln: der Zaunkönig

Der Zaunkönig (Troglodytes troglodytes) ist, mit nur ca. neun Gramm Körpergewicht, nach dem Goldhähnchen, der zweitkleinste Vogel Europas. Er gilt als Kulturfolger und ist beispielsweise in Parks, Wäldern und Gärten sehr häufig vertreten.  

 

Aussehen und Gesang

Zaunkönige haben ein zimtfarbenes Federkleid und einen hellen Überaugenstreif. Durch seinen kurzen Stoß, den er meist aufstellt, wirkt der kleine Vogel noch kompakter. Man würde ihn durch seine unauffälligen Farben in den Bäumen und Sträuchern übersehen, wenn da nicht sein unverkennbar laut schmetternder, sehr abwechslungsreicher Gesang wäre. Wer den Zaunkönig schon einmal im Frühjahr oder Sommer beim Singen beobachtet hat, hat sich vermutlich auf der Stelle in ihn verliebt, so niedlich sieht er aus, wenn er dabei aufgeregt mit flatternden Flügeln durch die Hecke hüpft und nach einer Zaunkönigin sucht.

 

Fortpflanzung

Auch beim Brutverhalten benimmt sich das Männchen königlich. Er baut seiner Königin dicht am Boden mehrere kugelartige Nester, mit seitlichem Schlupfloch, von denen sie sich dann eins aussuchen darf. Dieses wird dann noch mit weichem Moos ausgestattet, bevor das Weibchen bis zu acht Eier hineinlegt. Nachdem die Jungen geschlüpft sind, werden sie von beiden Eltern gefüttert.
Wenn man sich eine Zaunkönigfamilie in seinem Garten wünscht, kann man es mit einem Nischenbrüterkasten (Halbhöhle) versuchen, die die kleinen Vögel auch gerne zum Brüten annehmen.

 

Nahrung
Der Zaunkönig ist ein Standvogel und frisst im Winter, aufgrund der Nahrungsknappheit, auch mal Sämereien, die sonst nicht auf dem Speiseplan stehen. Lieber ernährt er sich von Insekten wie zum Beispiel Spinnen, Weberknechte, Motten oder Fliegen, die er meist in der Nähe des Bodens sucht.

 

Text: Patricia Kuppe

Foto: Re.Ko.  / pixelio.de