Der Porsche unter den Vögeln

Er ist bis auf wenige Ausnahmen auf der ganzen Welt verbreitet.
Er besitzt spitze Flügel und einen kurzen Stoß. Der Kopf und das obere Gefieder sind schiefergrau, seine Brust ist weiß mit dunklen Querstreifen. Beine und Wachshaut sind gelb.
Zu seinem Speiseplan zählen unter anderem Drosseln, Stare, Kiebitze, Limikolen, Tauben u.a. kleinere Vögel. Jagen kann er seine Beute mit Geschwindigkeiten von über 300 km/h im Sturzflug. Hoch oben in der Luft wartet der Vogel bis ein geeignetes Beutetier unter ihm her fliegt, dann stürzt er sich im Sturzflug auf sie. Das Beutetier stirbt meistens beim Aufprall auf den Boden. Ist dies nicht der Fall, wird es durch einen Biss in den Nacken getötet.  
Bereits ab Januar finden die Balzflüge statt. Im März beginnen die Vögel dann mit der Eiablage. Meistens sind es zwei bis vier Eier. Gebrütet wird in Felsspalten, in Mauernischen und geeigneten Brutkästen. Nach etwa fünf Wochen schlüpfen die Jungen und werden in den ersten vierzehn Tagen vom Weibchen gehudert. Das Männchen, wie bei allen Greifen Terzel genannt, versorgt die Familie mit Futter. Dann geht auch das Weibchen wieder auf die Jagd. Nach vier Wochen fangen die Jungen an das Nest zu verlassen, werden aber noch weitere vier Wochen von den Eltern versorgt.


Die Feinde dieser Tiere sind Marder, die als Nesträuber die Eier oder auch die Jungtiere fressen aber auch der Uhu, der nachts Jagd auf die schlafenden Tiere macht.

 

In den 60er Jahren stand der gesuchte Vogel, genauso wie der Uhu, kurz vor dem Aussterben in Deutschland. Grund dafür waren Pestizide wie Dichlordiphenyltrichlorethan, kurz DDT. Diese wurden von den Beutetieren aufgenommen und reicherten sich bei Tieren und Menschen an. Bei den Vögeln führte dies beispielsweise zu sehr dünnen Eischalen, wodurch die Jungen verendeten. Des Weiteren wurden viele Eier und Nestlinge gestohlen, um sie zu verkaufen. 

 

In den 70er Jahren verbot man die Pestizide, und auch der Handel mit den Tieren wurde strenger überwacht. Heute sind die Bestandszahlen wieder stabil, und man kann die Tiere wieder oft in der Natur entdecken. In Hamburg gibt es derzeit wissentlich 14 Brutpaare.

 

Diese Vögel zählen in vielen arabischen Ländern als Falknervogel zum Statussymbol. In Deutschland zählt er neben dem Habicht und dem Steinadler zu den drei einheimischen Falknervögeln.

 

Wisst ihr nun welches Tier wir hier beschrieben haben?

Richtig, es ist der Wanderfalke, der schnellste Vogel der Welt


Unser Stationsleiter Christian Erdmann arbeitet seit vielen Jahren im Arbeitskreis Wanderfalkenschutz Nordseeküste mit. Immer wieder bekommen wir junge Wanderfalken in Pflege, die nach ihrem Jungfernflug nicht mehr eigenständig hochfliegen können, da sie zu wohlgenährt sind. Würde sie nicht der Straßenverkehr bedrohen, könnte man sie sitzen lassen, da sie von den Eltern weiter versorgt würden. Bei uns specken sie wenige Tage ab und dann setzen wir sie an ihrem Fund- bzw. Brutort zurück.


Text: Stephanie Lange

Foto: Wildtier- und Artenschutzzentrum gGmbH

 

Quellen:www.jagdverband.de • https://de.wikipedia.org/wiki/Wanderfalke • www.nabu.de • www.brodowski-fotografie.de/beobachtungen/wanderfalke.htm