Der Weißstorch

Meister Adebar

 

Kaum ein Wildttier ist bekannter und genießt solch eine hohe Symphatie wie der Weißstorch. Das Symboltier für Fruchtbarkeit heißt im Volksmund auch Meister Adebar. Sein unverwechselbares Erscheinungsbild – rote lange Beine und einen ebensolchen Schnabel und das markante weiß/schwarze Federkleid – erkennt fast jedes Kind schon.

 

Er besiedelt offene und halb offene Landschaften, bevorzugt feuchte und wasserreiche Gegenden und ernährt sich von allerlei Kleintieren wie z.B. Insekten, Fische, Frösche, Mäuse, Regenwürmer, Eidechsen und auch Aas.

Der stolze Schreitvogel kann bis zu 35 Jahre alt werden und wiegt in der Regel als ausgewachsenes Tier zwischen 2,5 und 4,5 kg.

Seine Flügelspannweite ist mit bis zu 2,20 Meter doppelt so groß wie seine eigentliche Größe und vergleichbar mit der eines Seeadlers.

Aufmerksame Naturfreunde können den Weißstorch beim Segeln beobachten. Er nutzt dabei die Thermik, um Kraft zu sparen. Und das ist notwendig, den jedes Jahr im August zieht der Weißstorch nach Afrika in sein Winterquartier, eine weite Strecke, auf der viele Gefahren lauern und die nur kräftige und gesunde Tiere überstehen.

 

Zur Brutsaison kehrt er dann zurück nach Mitteleuropa. Dabei bleiben Weißstörche ihrem Nest aus den Vorjahren treu. Es wird gepflegt und weiter ausgebaut, sodass nach einigen Jahren solch ein Horst eine stattliche Höhe erreichen kann. Die Nester befinden sich gerne auf Felsvorsprüngen und hohen Bäumen, als Kulturfolger baut er sie aber auch sehr gerne auf Gebäuden und Strommasten.

 

Die Brut beginnt in der Regel im April und endet Anfang August. Das Storchenweibchen legt zwischen 2 bis 5 Eier, und das Paar betreut seinen Nachwuchs im Anschluss gemeinsam. Innerhalb von ca. 60 Tagen ist ein Storchenkind dann selbstständig geworden. Zu erkennen sind die Jungstörche dann noch an dem dunklen Schnabel, der sich erst nach und nach rot färbt.

 

In dem kleinen Ort Rühstädt in den Brandenburger Elbtalauen brüten seit vielen Jahren bundesweit die meisten Störche. Auf beinahe jedem Dach befindet sich ein Storchennest, 30 Brutpaare beziehen dort jedes Jahr ihr Quartier. Weitere Infos: http://brandenburg.nabu.de/naturerleben/zentren/besucherzentrumruehstaedt/13325.html

 

Störche gehören zu den streng geschützten Vogelarten. Obwohl sie schon kleinen Kindern bekannt sind, ist ihr Überleben in unseren Breitengraden alles andere als gesichert. In den Jahren 1984 und 1994 war der Weißstorch von daher jeweils Vogel des Jahres. 

Windkraftanlagen, Strommäste, die Trockenlegung von Feuchtgebieten und der massive Grünlandumbruch für Maisfelder stellen große Gefahren für den allseits beliebten Vogel dar. 

Kalte und nasse Frühjahrswochen haben oft eine erhöhte Sterblichkeit der Jungstörche zur Folge. Der regnerische Frühling 2013 hat sogar ganze Bruten dahinraffen lassen.

 

Auch wir bekommen regelmäßig Weißstörche in Pflege. 2012 brachte uns die Freiwillige Feuerwehr einen Storch in Pflege, der in ein Güllefass gestürzt war. Nach mehreren Wochen Pflege war sein Gefieder wieder strahlend weiß und der Vogel konnte vor Ort wieder ausgewildert werden. 


Text: Wildtier- und Artenschutzzentrum/Wildtierstation Hamburg

Foto: elmeere e.V.