Reinecke Rotfuchs

Seinen Ruf besonders schlau zu sein, hat er nicht von ungefähr – Reinecke Fuchs ist nicht nur der häufigste Wildhund unserer Breitengrade, sondern auch wirklich ein Schlaumeier. 

 

Groß ist er dagegen nicht gerade, mit einer durchschnittlichen Körpergröße von 60 bis 75 cm und einem Gewicht von 5 bis 7 kg ist er eher zierlich im Vergleich zum großen Bruder, dem Wolf.

Anspruchsvoll ist er nicht sonderlich. Der Rotfuchs ist von daher auch sehr weit verbreitet. Er lebt in Wäldern, auf Feldern und Wiesen sowohl nördlich des Polarkreises als auch in nahezu tropischen Gebieten. Dabei schreckt er nicht vor der Nähe des Menschen zurück. Im Gegenteil – schon seit längerem lebt auch in Großstädten eine stabile Population und zieht dort ihren Nachwuchs groß. Besonders beliebt scheinen vor allem Metropolen wie Berlin und London zu sein. Regelmäßig kann man in der Presse davon lesen.

Als Allesfresser findet Reinecke Fuchs – so sein Fabelname in der Literatur – in unserer Nähe aufgrund des großen Angebotes an dem, was wir Menschen zurücklassen, genügend Nahrung. Eigentlich ernährt er sich jedoch  überwiegend von Feldmäusen und Kaninchen aber auch von Regenwürmern, Raupen, Käfer, Frösche, Eidechsen und Fischen. Und Waldfrüchte nascht er übrigens gerne mal. 

Nicht zu unterschätzen ist sein Einfluss auf die Mäusepopulation. Da er die kleinen Nager, die in der Forstwirtschaft Schaden anrichten können, kurz hält, macht ihn das gerade bei Förstern zum gern gesehen Gast. 

Die Paarung von Fähe und Rüde findet in der Regel zwischen Januar und Februar statt. Nach einer Tragzeit von etwa 52 Tagen, bringt die Fähe, so die Bezeichnung des Weibchens, zwischen 4 und 9 blinde Welpen zur Welt. Erst in der dritten Lebenswoche öffnen sich ihre Augen. In dieser Zeit, versorgt der Rüde das Muttertier mit Futter, damit diese im Bau bei ihren Welpen bleiben kann. 

Füchse verfügen über hervorragende Sinnesorgane. Am besten ausgebildet ist wie beim domestizierten Vetter, dem Hund, ihr Geruchssinn. Mit rund 225 Millionen Riechzellen erschließt sich ihnen die Umwelt in einem Reichtum, den wir Menschen mit unseren 500.000 Riechzellen nur erahnen können. Auch ihr Gehörsinn ist sehr gut ausgeprägt. Sogar den sich windenden Regenwurm und das Trappeln von Mäusen nehmen sie problemlos wahr. Die Augen sind ähnlich wie bei Katzen aufgebaut und gewährleisten bestmögliche Sichtverhältnisse im Dunkeln. 

Die Lebenserwartung ist ähnlich der des Haushundes. Älter als 12 Jahre werden Füchse meist nicht, meist sterben sie in freier Wildbahn sogar deutlich früher.

Denn zu den Feinden des Fuchses gehören Stein- und Seeadler, sowie sein großer Bruder, der Wolf. Voran steht jedoch der Mensch, der durch Jagd und Straßenverkehr dafür sorgt, dass jährlich Hunderttausende ihr Leben lassen müssen. 

Immer wieder bekommen wir dann, wenn gerade Jungtierzeit ist, Jungfüchse in Pflege. Die kleinen Racker werden in der Handaufzucht schnell zahm, sodass es wichtig ist, sie nach der Säuglingsphase in ein entsprechendes Auswilderungsgehege umzusiedeln in dem sie wieder scheu werden können. Hält man sich an die entsprechenden Regeln klappt das zu über 90 Prozent. Dann können sie, in Absprache mit den zuständigen Jägern, wieder ausgewildert werden.

 

Über die Fuchsjagd lässt sich derweil kontrovers diskutieren. Uns erschließt sich der Sinn der Bejagung allerdings bisher nicht. Der meist genannte Grund, dass der Fuchs gefährdetes Niederwild wie z.B. Rebhühner frisst, ist für uns kein Grund, solange das Federwild auch vom Menschen weiterhin bejagt und ihr Lebensraum nicht mehr geschützt wird. Nach unserer Ansicht wäre das die sinnvollere und nachhaltigere Hege.

Die gnadenlose und unkontrollierte Jagd auf den Fuchs hat zudem bisher auch nichts an der Populationsgröße geändert. Im Gegenteil – mancherorts reagiert Familie Fuchs durch die Bejagung mit vermehrtem Nachwuchs. Der Schuss geht also im wahrsten Sinne des Wortes nach hinten los.

 

Text: Darja Mahler, Stephanie Lange, Katharina Erdmann

Foto: Angela Kraft, www.kraft-foto.de