Wildtier des Jahres 2013: Das Mauswiesel

 Das kleinste Raubtier der Welt ...

 

... gehört zu den Marderartigen. Und es sieht tatsächlich auch ein wenig wie ein Mini-Steinmarder aus, mit braunem Fell, das an der Bauchseite weiß gefärbt ist.

Mauswiesel leben am liebsten in offener Landschaft mit Gebüsch und Hecken. Im Gegensatz zu ihren großen Vettern, sind sie auch tagaktiv und nutzen bevorzugt die Gänge anderer Kleinsäuger, z.B. von Maulwürfen und Wühlmäusen. Ihre Reviere sind dabei im Verhältnis zu ihrer Körpergröße riesig, bei Weibchen bis zu 4, bei den Rüden sogar bis zu 15 Hektar!

Ihre Leibspeise sind Kleinnager, hauptsächlich Mäuse. Aber auch Vögel und Eidechsen verschmähen sie nicht. Durch den schmalen und gelenkigen langen Körper können sie ihren Beutetieren flink und geschickt in deren Baue und Gänge folgen. Haben sie Beute geschlagen, fressen sie meist nicht gleich alles auf, sondern zehren immer wieder über den ganzen Tag verteilt daran.

Ab April bekommt die Mauswieselfähe, so nennt man das Weibchen, ihre Jungen.
Der Wurf ist zwischen zwei und sieben Jungtieren groß, meist sind es eine Hand voll. Minigewichte, die nicht schwerer als 3 g leicht sind. Sie wachsen schnell und können schon ab der dritten Lebenswoche feste Nahrung zu sich nehmen. Ihre Augen öffnen sie jedoch erst deutlich später, etwa mit fünf Wochen. Ausgewachsen wiegen sie dann zwischen 30 und 100 g.

Sie sind ziemlich zickig, was im direkten Kontakt in der Pflege bedeutet, dass man Handschuhe tragen sollte. Das Mauswiesel im Bild zeigt ein Jungtier, das so zahm wurde, dass es seine direkten Pfleger, von dem es die Flasche bekommen hatte, nicht biss. Im Gegensatz zum Baum- und Steinmarder verlieren Wiesel jedoch meist schnell ihre Scheu vor dem Menschen und lassen es einen auch ungeniert spüren, wenn man ihnen zu nahe kommt. Sie haben spitze und scharfe Zähne, eben ein richtiges Raubtiergebiss.

Text und Foto:

Wildtier- und Artenschutzzentrum/Wildtierstation Hamburg