Meister Lampe alias der Feldhase

Vorkommen und Verbreitung
Feldhasen leben in offenen Landschaften wie zum Beispiel der Waldsteppe oder der Wüstensteppe − in Deutschland findet man sie in Gegenden mit viel Ackerland.

 

Besonderheiten Hamburg
Aktuell: Es gibt vereinzelt noch Restpopulationen in der Stadt, beispielsweise auf dem Ohlsdorfer Friedhof.
 Historisch: Hamburg zählt zu den Regionen Deutschlands, in denen die Feldhasendichte am größten ist. Weitere feldhasenreiche Regionen sind Bremen und Niedersachsen.


Lebensweise
Feldhasen leben zwar in offenen Landschaften, benötigen aber Streifen mit Gräsern und Büschen. Hier graben sie sich Mulden ins Erdreich, sogenannte Sassen. Die Sasse dient als Aufenthalts- und Rückzugsort. Hier ruht der Feldhase sich aus, versteckt sich, wenn Gefahr droht und bekommt seine Jungen. Feldhasen sind Einzelgänger. Ihrem angestammten Revier bleiben sie ein Leben lang treu. Sie ernähren sich ausschließlich von pflanzlicher Nahrung und so stehen Kräuter, Knospen und Getreide, im Winter auch Baumrinde oder Triebe junger Bäume auf ihrem Speiseplan. Junge Feldhasen sind bereits im Alter zwischen fünf und acht Monaten geschlechtsreif. Eine gesunde Häsin kann drei bis vier Mal im Jahr Junge bekommen – in der Regel zwei bis vier pro Wurf. Ein Feldhasenbaby wiegt bei der Geburt etwa 100 Gramm, hat Fell und Zähnchen und kann bereits sehen. Die Hauptfortpflanzungszeit liegt zwischen Januar und Februar. Hier kann man die ansonsten nachtaktiven Hasen auch tagsüber beobachten. Bei der Paarung entscheidet die Häsin, welchen Hasen, genannt Rammler, sie zum Partner nimmt. Die Rammler messen sich vorher in spektakulären Wettläufen und Boxkämpfen − auserwählt wird der Stärkste.

 

Probleme
Durch die intensive landwirtschaftliche Nutzung, vor allem durch den Einsatz von Dünger und giftigen Pflanzenschutzmitteln (Pestiziden), ist der Feldhasenbestand in vielen europäischen Regionen rückläufig. Zudem wird die Art in vielen Ländern Europas gejagt. In Deutschland steht der Feldhase auf der Liste der gefährdeten Arten. Der Feldhasenbestand ist stark witterungsabhängig: Bei schönem Wetter können auch die Feldhasenbestände rasch stark ansteigen. Dagegen wirken sich raue Wetterlagen wie Regen und Kälte schlecht auf die Hasenpopulation aus. Neben dem Menschen haben Feldhasen auch im Tierreich viele Feinde: Unter anderem stellen Fuchs, Wildkatze, Hauskatze und Greifvogelarten wie der Habicht sowie das Wildschwein eine Gefahr dar. Besonders gefährdet sind Jungtiere. Etwa die Hälfte aller Feldhasen überlebt das erste Lebensjahr nicht.

Versorgung
Finden Sie einen vermeintlich verwaisten Feldhasen, dann ist es sehr wichtig, dass Sie das Tier zunächst einmal nur beobachten. Die wenigsten Junghasen sind tatsächlich Waisen − sie werden als Nestflüchter von ihren Müttern höchstens dreimal täglich versorgt. Finden Sie einen verwundeten Jung- oder ausgewachsenen Hasen, benutzen Sie bitte Schutzhandschuhe, um sich selbst vor Verletzungen zu schützen. Wickeln Sie das Tier in eine dünne Decke oder setzen Sie es in einen gepolsterten Karton. Vorsicht beim Anfassen ausgewachsener Hasen! Ihre Knochen brechen sehr schnell. Und seien Sie gewarnt: Hasen können sehr laut klagen. Dies klingt mitunter wie Schreie kleiner Kinder. Die häufigsten Feldhasen-Findelkinder sind diejenigen, die von Katzen mitgenommen werden. Bewahren Sie von Katzen gebrachte Junghasen in einem glattwandigen Karton auf, am besten auf einer Lage Heu oder einem Handtuch. Kleine Hasen bitte weder unter eine Wärmelampe legen noch füttern oder tränken! Kontaktieren Sie stattdessen bitte eine der hier genannten Adressen für genauere Anweisungen und Informationen zur nächstgelegenen Anlaufstelle.

 

Jagd
Der Feldhase gehört zum jagdbaren Wild und darf in Hamburg vom 1.10 bis 31.12. erlegt werden.