Elegantes Goldkehlchen: Der Baummarder

Lebensweise

Dieser heimliche und elegante Waldbewohner ist so flink, dass selbst Eichhörnchen auf der Hut sein müssen, denn er hat die Kobolde des Waldes zum Fressen gerne. Er lebt heimlich, viel heimlicher als sein Verwandter, der uns allen bekannte Steinmarder. Wie sein Name schon erahnen lässt, lebt er in baumreichen Gebieten.


Auch wenn er als Kulturflüchter gilt, kommt er trotz allem langsam, allerdings sehr vorsichtig, auch in die Städte, wenn er dort großzügigen Baumbestand vorfindet. Denn große Friedhöfe und Stadtparks, aber auch die Stadtrandgebiete bieten ihm alles, was er braucht: Wildnis, Nahrung, Verstecke. Dieser schöne, mit seinem gelben Lätzchen bekleidete Edelmarder blieb lange Zeit in den Wäldern. Nur langsam gewöhnt er sich an die Nähe der Menschen und verhält sich dabei viel heimlicher als der Steinmarder.

Seine Hauptnahrung sind Wildvögel, Eichhörnchen und andere Kleinnager. Wie alle Marder ist auch er eine ausgesprochene Naschkatze. Im Spätsommer und Herbst nimmt er liebend gerne Beeren und süßes Obst.

Oft werden alte Schwarzspechthöhlen, Krähen- und Greifvogelnester als Schlaf- und Aufzuchthöhle genutzt. Aber auch Dachböden und Ställe im Stadtrandgebiet werden zu Baummarderwohnungen umgenutzt. Sie sind typische Einzelgänger und gewähren nur zur Paarungszeit – auch Ranz genannt – einem Partner in ihre Nähe zu kommen.

Fortpflanzung

Genau wie Steinmarder und Rehe haben Baummarder eine sogenannte Keimruhe. Das bedeutet, dass sie trotz der Paarung im Sommer erst im folgenden Frühjahr ihre Welpen zur Welt bringen, obwohl die Tragzeit nur einen Monat beträgt. Der Grund hierfür ist einfach: Die Ranz liegt in einer Jahreszeit, in der es den Tieren gut geht. Sie sind meist gut genährt, denn das Nahrungsangebot ist im Sommer sehr hoch. Um auch dem Nachwuchs einen guten Start zu ermöglichen, werfen die Fähen dann statt im Herbst erst nach überstandenem Winter im Frühjahr.

Pflege

Nur sehr selten bekommt man den nachtaktiven Marder zu Gesicht. Oft erst, wenn wir ihn als verwaisten Welpen in die Station bekommen. Und das geschieht von Jahr zu Jahr häufiger.
In Gesellschaft von verwaisten Steinmardern wird der Unterschied schnell deutlich. Die draufgängerischen Baumbewohner haben ganz klar die Oberhand. Im Klettern sind sie viel sprunggewaltiger und in der Schnelligkeit dem Steinmarder gegenüber weit im Vorteil. Im Allgemeinen erscheint der Baummarder energischer, ja sogar aggressiver. Deswegen werden sie in der Aufzucht auch getrennt von den Hausmardern gehalten.
Beim Auswildern stehen wir mit offenem Mund im Wald und sind immer wieder beeindruckt über die Akrobatik dieses Waldbewohners.

 

Jagd
Der Baummarder gehört zum jagdbaren Wild genießt jedoch bundesweit eine ganzjährige Schonzeit.